Auswertung aus laufenden Konten
Was kostet eine Mandatsanfrage über Google Ads?
In drei Kanzlei-Konten lag der Wert über 90 Tage bei 29,83 € pro bestätigter Anfrage — bei 10.233 € Werbebudget und 343 Anfragen.
Aussagekräftiger als der Schnitt ist die Verteilung: Median je Kampagne 31,03 €, ein Viertel unter 20,97 €, ein Viertel über 51,06 €.
Oft gesucht, selten veröffentlicht. Unten: Rohwerte, Verteilung und Methode — damit Sie einordnen können, was auf Ihre Kanzlei übertragbar ist.
Die Zahlen im Überblick
Die Rohwerte
Zeitraum: 28.04.–26.07.2026 (90 Tage) · Grundlage: 3 Kanzlei-Konten, deutschlandweit, unterschiedliche Rechtsgebiete
10.232,61 € Werbebudget · 5.547 Klicks · 343 bestätigte Anfragen
29,83 € je Anfrage (gepoolt) · 1,84 € durchschnittlicher Klickpreis · 6,2 % Conversion-Rate
Warum der Durchschnitt die falsche Zahl ist
29,83 € klingt nach einer Antwort. Als Maßstab taugt der Wert trotzdem wenig, weil er 16 Kampagnen mit sehr unterschiedlichen Rechtsgebieten in eine Zahl presst.
Die Verteilung sagt mehr:
| Kennwert | Kosten je Anfrage | Lesart |
|---|---|---|
| Günstigste Kampagne | 19,18 € | klar definiertes Rechtsgebiet, enge Suchbegriffe |
| 25. Perzentil | 20,97 € | ein Viertel aller Kampagnen liegt darunter |
| Median | 31,03 € | die belastbarste Einzelzahl dieser Auswertung |
| 75. Perzentil | 51,06 € | ein Viertel liegt darüber — ohne dass das ein Problem sein muss |
| Teuerste Kampagne | 60,88 € | umkämpftes Rechtsgebiet, breitere Suchbegriffe |
Die Spreizung beträgt das 3,2-fache — innerhalb desselben Kanals, derselben Branche, desselben Quartals. Wer wissen will, ob der eigene Wert in Ordnung ist, vergleicht sich also nicht mit einem Durchschnitt, sondern sucht seine Position in dieser Spanne.
Woran liegt die Spreizung von 19 bis 61 Euro?
Drei Treiber, in dieser Reihenfolge:
Das Rechtsgebiet. Ein eng umrissenes Anliegen mit klarer Suchsprache kostet weniger als ein Feld, in dem Verzeichnisse und Portale mitbieten. Das ist Marktlage, nicht Handwerk.
Die Region. Dieselbe Leistung kostet in einem dicht besetzten Ballungsraum mehr als in einem Kammerbezirk mit wenigen Anbietern.
Die Kontostruktur — und das ist der einzige Treiber, den man selbst in der Hand hat. Läuft ein Sammelbudget über mehrere Rechtsgebiete, finanzieren die günstigen Bereiche die teuren mit, ohne dass es jemand sieht.
Erst wenn jedes Rechtsgebiet ein eigenes Budget hat, wird sichtbar, welcher Bereich sich trägt. Genau das ist der Unterschied zwischen den 19 €- und den 61 €-Kampagnen in dieser Auswertung.
Was die Zahlen über ungenutzte Nachfrage sagen
Ein Wert aus derselben Auswertung wird selten diskutiert und ist der interessanteste: Der durchschnittliche Search Impression Share lag bei 26,3 %.
Das heißt: Von den Suchanfragen, für die diese Kanzleien überhaupt in Frage kamen, haben sie rund drei Viertel nicht erreicht — weil das Budget vorher aufgebraucht war oder das Gebot nicht reichte.
Für die Kostenfrage dreht das die Perspektive. Bei einem Median von 31 € und drei Viertel unbedienter Nachfrage ist die relevante Frage nicht, wie man den Preis je Anfrage weiter drückt, sondern ob sich mehr Volumen zu diesem Preis lohnt.
Ein Befund, der in keine Statistik passt: Von 16 aktiven Kampagnen erzeugten 15 mindestens eine Anfrage. Eine lief 90 Tage lang ohne eine einzige. Solche Kampagnen fallen in einem Konto-Durchschnitt nicht auf — sie verschwinden darin.
Wo das Budget wirklich liegt
Noch eine Zahl aus derselben Auswertung: 33,3 % des gesamten Werbebudgets entfielen auf Suchbegriffe mit einem Qualitätsfaktor von 1 bis 4 — also auf der unteren Hälfte der Skala, die Google für Anzeigenrelevanz vergibt.
Ein niedriger Qualitätsfaktor bedeutet in der Praxis: höhere Klickpreise für dieselbe Position. Ein Drittel des Budgets arbeitet damit unter schlechteren Konditionen als nötig. Das ist kein Fehler einzelner Konten, sondern ein Muster — und der Hebel, der sich am schnellsten rechnet.
Wie diese Auswertung entstanden ist
Methode
- Datenquelle: Google-Ads-API, direkte Abfrage der Konten, kein Drittanbieter-Export.
- Zeitraum: 28.04.–26.07.2026, 90 zusammenhängende Tage. Stand der Auswertung: 27.07.2026.
- Grundgesamtheit: 3 Konten deutscher Rechtsanwaltskanzleien, 16 aktive Kampagnen, davon 15 mit mindestens einer Anfrage.
- Was als Anfrage zählt: serverseitig oder im Konto bestätigte Kontaktaufnahmen — Anruf aus der Anzeige, Formularabsendung, Klick auf die E-Mail-Adresse. Keine Klicks, keine Seitenaufrufe, keine Scrolltiefe.
- Kennwerte: Der gepoolte Wert ist Gesamtbudget geteilt durch Gesamtanfragen. Median und Perzentile sind über die 15 Kampagnen gerechnet, nicht über die Konten.
- Anonymisierung: Nur aggregierte Werte. Keine Kanzleinamen, keine Standorte, keine Einzelkonto-Zahlen. Die drei Konto-Mittelwerte liegen zwischen 26 und 59 €.
Grenzen der Aussagekraft. Drei Konten sind eine kleine Stichprobe. Rechtsgebiet, Region und Wettbewerbsdichte verschieben die Werte erheblich, und ein Quartal ist kein Jahr. Die Zahlen taugen zur Einordnung der eigenen Größenordnung — nicht als Zielwert.
Was Sie mit der Zahl anfangen können
Drei Fragen, die sich damit beantworten lassen:
Liegt mein Wert im normalen Bereich? Zwischen 21 und 51 € liegt die Hälfte aller ausgewerteten Kampagnen. Wer dort landet, hat kein Preisproblem.
Rechnet sich das? Die Kostenfrage lässt sich ohne den durchschnittlichen Mandatswert nicht beantworten. 51 € für eine Anfrage im Arbeitsrecht ist eine andere Rechnung als 51 € im Verkehrsrecht. Entscheidend ist zusätzlich, welcher Anteil der Anfragen zu Mandaten wird — diese Quote kennt nur die Kanzlei selbst.
Wo wäre Luft? Bei einem Impression Share von 26 % ist die erste Frage nicht der Preis, sondern das Volumen. Und ein Drittel des Budgets auf niedrigem Qualitätsfaktor ist der Hebel, der ohne zusätzliches Geld wirkt.
Was diese Zahlen nicht sind. Kein Versprechen und kein Zielwert. Sie beschreiben drei Konten in einem Quartal. Wer eine belastbare Erwartung für die eigene Kanzlei braucht, kommt an einer Auswertung des eigenen Kontos nicht vorbei — die Größenordnung hier hilft nur, die eigene Zahl einzuordnen.
Weiterlesen: Wie darf eine Kanzlei heute werben? · Kanzleimarketing · Google Ads für Kanzleien
Häufige Fragen
Was kostet eine Mandatsanfrage über Google Ads?
In drei ausgewerteten Kanzlei-Konten lag der gepoolte Wert über 90 Tage bei 29,83 € pro bestätigter Anfrage. Aussagekräftiger ist die Verteilung über die einzelnen Kampagnen: Median 31,03 €, 25. Perzentil 20,97 €, 75. Perzentil 51,06 €. Die Spanne reichte von 19,18 € bis 60,88 €.
Ab wann ist eine Mandatsanfrage zu teuer?
Es gibt keinen absoluten Grenzwert. Entscheidend ist das Verhältnis zum durchschnittlichen Mandatswert im jeweiligen Rechtsgebiet und die Quote, mit der Anfragen zu Mandaten werden. In den ausgewerteten Konten liegt ein Viertel aller Kampagnen über 51 € pro Anfrage, ohne dass das für sich genommen ein Problem wäre.
Warum schwanken die Kosten je Anfrage so stark?
Die Spreizung betrug in der Auswertung das 3,2-fache zwischen der günstigsten und der teuersten Kampagne. Treiber sind Rechtsgebiet, Region, Wettbewerbsdichte und vor allem die Kontostruktur: Ein Sammelbudget über mehrere Rechtsgebiete lässt teure Bereiche die günstigen mitfinanzieren.
Wie viele Klicks braucht es für eine Anfrage?
In den ausgewerteten Konten führten 5.547 Klicks zu 343 bestätigten Anfragen — eine Conversion-Rate von 6,2 Prozent bei einem durchschnittlichen Klickpreis von 1,84 €.
Reden wir über Ihre Rechtsgebiete.
Sie schildern kurz Ihre Ausgangslage, ich melde mich werktags innerhalb von 24 Stunden persönlich. Dann sage ich Ihnen, ob und wie sich planbare Mandatsgewinnung für Ihre Kanzlei rechnet — im Rahmen von § 43b BRAO.
Ihr Ansprechpartner — heute und in zwei Jahren.